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Off Topic - Ein Buch für die Ewigkeit


Frühlingsrolle - Sa 22.07.17 19:20
Titel: Ein Buch für die Ewigkeit
Guten Abend,

ein Schriftstück (DIN-A5: 244 Seiten) soll ausgedruckt und für eine sehr lange Zeit (einige Jhd.) unbeschadet erhalten bleiben. Laminieren war mein erster Gedanke dazu, da Plastik doch recht widerstandsfähig ist. Hat aber den Nachteil, dass das Buch dadurch wesentlich dicker und schwerer werden würde, vermute ich mal. Nun ja, vielleicht kennt jemand eine andere Art der "Lamination" bzw. eine Alternative, die ähnlich gute Erfolge mit sich bringen würde? Das wäre toll!


mandras - Sa 22.07.17 20:46

Frag zum Einstand einmal bei einer Bibliothek nach, evtl. Landesarchiv.
Da ist nämlich sehr viel zu beachten.
ZB können gerade Ausdünstungen aus den Kunststoffolien das Papier zerstören, manche Papiersorten zersetzesn sich evtl. von selbst
usw. - da können Dir Fachleute schnell sagen worauf es ankommt. Meist sind die sehr froh ihr spezielles Gebiet zu erklären.

Schutz auch vor Insekten wird wichtig sein - die Stein /h/h/h/h/h Bücherlaus ist da so ein Feinschmecker...


Delphi-Laie - Sa 22.07.17 21:55

user profile iconmandras hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
manche Papiersorten zersetzesn sich evtl. von selbst


Säurefreies Papier soll haltbarer als säurehaltiges sein.

Gebrannte Tontafeln oder gar Einritzungen in Felsen - also die Steinzeiterfindung - sind jedoch noch weit überlegen! ;-)


mandras - Sa 22.07.17 23:33

Tontafeln sind recht weich.
Bei Asterix wurde daher der Katalog der "Wagen- und Waffenmanufaktur" jährlich auf Steintafeln herausgegeben.


Christian S. - So 23.07.17 00:21

Welcher Aufwand ist denn bei der Lagerung möglich bzw. gewünscht? Viele Materialen werden ja erst dadurch haltbar, dass man sie unter optimalen Bedingungen lagert. So kann man es mit Mikrofilm z.B. auf 500 Jahre bringen: https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Flyer_Barbarastollen.pdf?__blob=publicationFile aber halt mit hohem Aufwand.


Frühlingsrolle - So 23.07.17 05:13

Danke für eure Hinweise. Das gibt mir doch etwas zu denken. Ich muss nicht nur einen Buchbinder aufsuchen, sondern ebenso einen Kunststofftechniker, sofern ich beim Laminieren bleiben sollte. Laut den Datenblättern eignen sich nur ganz wenige Kunststoffe für mein Anliegen. Die einen sind zu spröde, andere nehmen mit der Zeit etwas Wasser auf, und einige reagieren unter Umständen giftig (sauer). Das ist doch 'n Witz. :roll:
Zur Lagerung kann ich erst etwas sagen, wenn ich mehr über die Art der "Konservierung" bescheid weiss.


Delphi-Laie - So 23.07.17 09:43

Mindestens genauso problematisch wie die Informationsträger sind die Informationen selbst: Wird deren Codierung in einigen hundert Jahren noch decodierbar, werden die Informationen also noch lesbar bzw. verständlich sein? Nicht alles ist für eine halbe Ewigkeit wie die fernasiatischen Schriftzeichen, wie Piktogramme bestimmt. Unsere an die gesprochene Sprache angelehnte Schriftsprache ist dafür weniger geeignet, sie konserviert eher die Aussprache (was für Sprachhistoriker interessant ist) als die eigentliche Information.

Nicht zuletzt hast Du, Frühlingsrolle, vermutlich nicht nur mich neugierig gemacht: Welcherart Informationen werden - aus heutiger Sicht! - als so langfristig relevant, ja interessant eingestuft, daß man sie als mehrhundertjährig verfügbar wissen möchte?


Sinspin - So 23.07.17 10:20

Jetzt fängt es doch sachte an mich zu interessieren was für ein Werk da erschaffen wurde dass es der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben muss.
Die neue Biebel? Die dann den Menschen glauben geben soll wenn die Menschheit sich selber soweit ausgedünnt hat dass zwischen Dörfern wieder Tagesreisen liegen.

Einer der wirklich bedeutenden Bewohner meiner Stadt hätte sicher nie gedacht das es Heute, 250 Jahre später, noch ettliche handschriftliche Aufzeichnungen von ihm gibt.
In vielen Archiven schlummern ja unglaubliche Mengen an Handschriften und Bücher der vergangen Tage (bis zum nächsten Krieg oder Brand). Also dürfte es hilfreich sein zu fragen was die damals für Papier und Tinte verwendet haben.

Das einzige was aus meiner Sicht eine hohe Wahrscheinlichkeit des überstehens über eine lange Zeit relativ sicherstellt ist eine massive Verbreitung. Also massenhaft drucken und weltweit verteilen oder den Leuten als Kindermärchen erzählen.


Frühlingsrolle - So 23.07.17 13:36

Die Informationen sind lesbar und keineswegs chiffriert oder piktographisch dargestellt. Der Inhalt wird für Gesprächsstoff sorgen, soll zum Umdenken anregen und jedem Leser klar machen, auch wenn er nur die Grundschule gemeistert hat, dass sich die Geschichte wiederholt, angeführt von den üblichen Verdächtigen, mit bestimmten "Verfahrensmustern". Man könnte es eine Endlosschleife nennen, die sich nach einer Abbruchbedingung sehnt. Und ich hoffe sie in der Zukunft zu finden. Daher ist mein Bestreben nach der langen Haltbarkeit und dem inhaltlichen Hinweis - man möge es bitte Vervielfältigen - äußerst wichtig. Ebenso die Verteilung über die ganze Welt0 - mehrsprachig mit parallel angeführten Originaltext, damit weniger Übersetzungsfehler als nötig mit der Zeit entstehen, da die Sprache im Wandel ist. So viel dazu.


Delphi-Laie - So 23.07.17 17:56

Liest sich für mich ein bißchen wie der nächste Versuch einer Weltverbesserung.

So ehrenwert das Motiv, so schlecht die Chancen des Erfolges.

Schon die eigenen Zeitgenossen in nennenswerter Anzahl zu erreichen, ist ziemlich schwierig. In einer Fernsehsendung sagte mal jemand, daß wir Menschen kaum hundert Jahre irgendetwas durchalten. In der Tat weiß oft schon die übernächste Generation (fast) alles besser - oft nur im Sinne der Besserwisserei, leider. Insofern stehen die Chancen für die allermeisten kulturellen Errungenschaften, Meme, recht "gut", schon sehr bald in der Vergangenheit, ja Vergessenheit zu versinken. Trotzdem viel Erfolg! Vielleicht bekomme auch ich es ja mal zu lesen, und bin dann vielleicht auch begeistert.

Wo wollte man zudem ein solches Werk sicher geschützt und dennoch zugreifbar lagern? Das Hildebrandslied z. B. überdauerte als Unikat über tausend Jahre im Schutze der Mönche hinter den Mauern des Klosters Fulda. Oder ein Werk wird Allgemeingut und damit unvergeßlich, dann aber mit den üblichen vorsätzlichen, zwangsläufigen oder versehentlichen Informationsverlusten /-verfälschungen.


Anwender - Mo 24.07.17 08:32

es gibt da so eine Technik, bei der die Information für menschliche Augen irgendwie lesbar (wie genau - ohne große Hilfsmittel das gehen soll, weiß ich nicht - vielleicht ne Lupe) gespeichert werden sollen - für überlebenswichtige Informationen:
Man brennt sie mit einem Laser in spezielles Glas, das fast Halbkugel-förmig ist. (an das Foto erinnere ich mich). Ich glaube, in die Unterseite.
Haltbarkeit war mit irgendwie 500.000 Jahren angegeben.

stand glaub ich mal in ner P.M. Magazin der 90er Jahre


jasocul - Mo 24.07.17 10:23

In GB gibt es einen Spezialisten [https://www.secol.co.uk/products].

Muss denn jede Seite einzeln gesichert sein oder ginge z.B. auch eine gesicherte Box?
Das würde dann natürlich erfordern, dass die Seiten nur mit speziellen Handschuhen angefasst werden dürfen, aber die könnte man ja mit in die Box legen. Vielleicht sogar noch einen Mundschutz, da beim Reden noch Speichel-Spritzer die Seiten gefährden können.


Frühlingsrolle - Mo 24.07.17 14:44

Das wäre wohl zu viel des Guten. Ich möchte der Nachwelt keine Hieroglyphen hinterlassen, sondern ein Werk/Buch, welches sich nicht so schnell auflöst.

Keine Steine meißeln oder Gläser Lasern. Es bleibt beim Buch ;)


jasocul - Mo 24.07.17 15:10

Habe mir das bei dem Spezialisten in GB mal genauer angesehen.
Die haben DIN A4 Formate mit 2 Fächern. Da passt dann 2 mal DIN A5 rein. Nach deren Preisliste bist du dann unter 100 GBP für dein gesamtes Buch.
Es werden auch eine Menge anderer Lösungen dort angeboten. Das musst du dann aber selbst mal genauer ansehen.


Frühlingsrolle - Mo 24.07.17 18:22

Was genau hast du dir da angesehen? Die Boxen aus der "Boxboard Storage Solution" sehen wie gewöhnliche Kartonagen aus. Nach wenigen Jahrzehnten wird die Luftfeuchtigkeit sie unbrauchbar machen.


Anwender - Mo 24.07.17 20:45

kannst ja mal aufm polnischen Parkplatz-Flohmarkt gucken und ein wenig ultragünstiges Uran erwerben. :P
und fein schön mahlen und als Druckertinte verwenden..

läßt sich sicherlich noch in ein paar Tausend Jahren mit einem digitalen Geigerzähler-Scanner ablesen ...


Frühlingsrolle - Mo 24.07.17 21:07

Zu skurril und unrealistisch. Bleiben wir bitte bei den wahren Gegebenheiten!


Ralf Jansen - Mo 24.07.17 21:16

Zitat:
Bleiben wir bitte bei den wahren Gegebenheiten!


Dann solltest du bei der wohl sinnvollsten Möglichkeit bleiben die du selbst genannt hast. Vervielfältigung. Und das am besten in möglichst unterschiedlichen Formaten.
Insbesondere wenn der Inhalt eine gute Idee darstellt wird sich das mit dem überdauern eh dann von alleine lösen ansonsten wird dann hoffentlich ein Format dabei sein das auch wirklich lange hält und nicht nur Haltbarkeit vermutet wird.


Anwender - Mo 24.07.17 22:47

am realistischten wäre ... ehrlich? ----- GANZ EHRLICH?

wäre ein Plotter, der mit einem kleinen Bohrer 244 in der Halterung kleine Schieferplättchen (oder mach die Rückseite gleich mit - als erst nur die ungeraden Seiten, usw. ... spart nochmal die Hälfte = 122 "Seiten") bekratzt ...
(anschließend mit weißem Kalk ausputzen)

das sollte ewig halten, sofern kein Tuppes versucht, das mit Essig zu reinigen, falls mal Lehm/Dreck draufkommt.
Denke 3-5 mm je Seite sollten reichen.
(falls die nicht ein Tollpatsch hinfallen läßt ... aber von "unzerbrechlich" hat keiner was in den Bedingungen geschrieben.)

sag mal ...
was ist das denn eigentlich für ein ominöses Dokument?

- Anleitung, was man tut, wenn man nach Tihange "30 Tage" im Bunker verbracht hat
- wie "man vor 300 Jahren Nachfahren durch Austausch von Körperflüssigkeiten gezeugt hat, statt Rekombination von Schaltkreisen" (s. "3 Muscheln auf WC")
- selbtgeschriebener Debut-Groschenroman á la Perry Cotton?

WAS ist denn so ungeheuer wichtig, daß es nicht nach 150 Jahren als totaaaal überholt gilt ("Kwellkode '(cc) by Luempia 2017'... Lumpia? ... wer soll'n dett sein? eyjaltaa wasliesdenn du da fürnscheis alda packt dat weg, pack dat weg!")


Mathematiker - Mo 24.07.17 23:03

Hallo,
ich überlege auch schon, was es sein könnte:
Bobby Hendersons "Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters" hat nur 231 Seiten, also zu kurz.
Die Bibel hat etwa 1500 Seiten, der Koran (unwahrscheinlich :wink: ) mehr als 600 Seiten , also zu lang.
Das "Manifest der Kommunistischen Partei" hat 144 Seiten, "Die kleine Raupe Nimmersatt" hat nur 32 Seiten, also beide zu kurz.

Es ist schwierig bei Amazon ein Buch mit 255 Seiten zu finden. :lupe:
Ich finde nur "Unterwegs auf russischen Flüssen zwischen Moskau/St. Petersburg und Don, 255 Seiten". Aber das wird es doch nicht sein.

@Frühlingsrolle: Nicht böse sein. Mein blöder Kommentar ist nicht ernst gemeint. :flehan:
Du machst mich einfach sehr, sehr neugierig.

Steffen


Frühlingsrolle - Di 25.07.17 00:03

Für Bastelarbeiten habe ich viel übrig, nur alles in Schiefer festzuhalten würde grob 4.000eu an Materialkosten ausmachen. Und es wäre äußerst unpraktisch, wenn auch stabiler und langlebiger als Papier es je sein könnte.

Zum Inhalt habe ich bereits ein paar Worte beigetragen, mehr "ist nicht drin". Ein PDF könnte ich jederzeit und überall hochladen, nur: Was darin geschrieben steht, wird nicht jedem Leser schmecken, könnte und wird, auch wenn alles sachlich dargestellt ist, Gemüter erhitzen, als politisch unkorrekt betitelt werden, und die Krönung überhaupt, von manchen Nationen auf den Index gesetzt werden. Zumindest in der heutigen Zeit! Daher kann ich es nicht verantworten, irgendein Portal/eine Plattform mit hinein zu ziehen, verständlich?! Zuguterletzt distanziert sich der Inhalt vom Gedankengut eines wahnwitzigen Mannes mit markanten Oberlippenbärtchen.


doublecross - Di 25.07.17 11:32

Hi,

aber wenn es ein Buch sein soll ist die Antwort doch klar. Du solltest zusehen, dass du sowohl Säurefreies Papier als auch Säure- und Eisenfreie Tinte verwendest. Dann sollte das ganze nach dieser Aufstellung [https://de.wikipedia.org/wiki/Langzeitarchivierung#Haltbarkeit_der_Tr.C3.A4germedien] ein paar Jahrhunderte überdauern können. Wenn man so an das Kölner Stadtarchiv denkt, sollte auch klar sein, das ein Exemplar, egal wo es gelagert wird nicht reicht. Also musst zur Erhöhung der Chancen mehrere Exemplare drucken und auf der Welt verteilen.

Ich bin mir aber nicht sicher ob man geeignete Tinte für den Drucker zu hause erwerben kann, oder ob man das eher mit einer Druckerei verhandeln müsste.


Frühlingsrolle - Di 25.07.17 14:30

Das ist ein guter Hinweis, danke. Säurefreie Nachfülltinte für Druckerpatronen habe ich daheim. Ob sie auch frei von Eisen ist, weiss ich gerade nicht. Aufgefallen ist mir wohl, dass die (eingetrocknete) Tinte mit wenig zugeführter Feuchtigkeit nicht zurecht kommt, sprich sie verschmiert. Könnte vielleicht auch am Papier liegen. Ich werde mich bei einer Druckerei schlau machen, und außerdem werde ich sowieso auf sie angewiesen sein, wenn ich es in Massen produzieren möchte. Das erspart mir die lästige Arbeit und schreitet auch schneller voran.


justus - Mi 26.07.17 00:59

Hallo,
wenn wir schon bei Druckertinte sind. Von den Nachfülltinte kann ich nicht viel sagen und würde auch bei deinem Vorhaben davon abraten, da es vermutlich nicht getestet wurde. Aber generell ist es so, dass bei hochwertigen Foto-Tintenstrahldruckern langlebige Pigmenttinten verwendet werden, die abhängig von Papier 100-200 Jahre in Farbe halten, bei Schwarzweiß noch länger. Einen Überblick über die getesteten Tinten kann du unter wilhelm-research [http://www.wilhelm-research.com/] die Testergebnisse einsehen.

lg,
jus


Frühlingsrolle - Mi 26.07.17 16:41

Vielen Dank justus. Der Überblick ist toll. Das sind sehr gute Anhaltspunkte, mit denen ich die Buchdruckereien konfrontieren werde.
Schlussendlich hat es sich doch gelohnt hier nachzufragen. Ich denke, das reicht erstmal.

Online Angebote haben dazu auch ganz interessante Preisvorschläge: ca. 2.600eu / 500 Exemplare / 244 Seiten / A5 Format.
Bezieht sich dabei auf ein dünnes Cover, wie man es z.B. von Reclam "Heften" kennt, und die Papier- und Farbauswahl (im Sinne von säurehaltig) ist unbekannt.
Für ein dickeres Cover pro Exemplar zahlt man ungefähr das Doppelte.


ub60 - Fr 28.07.17 11:02

Ich habe da gerade noch etwas über eine neue sehr beständige Papiersorte gelesen:

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Papierherstellung-Sedimentgestein-statt-totem-Holz-3780922.html

ub60


Frühlingsrolle - Fr 28.07.17 17:13

Das ist interessant! Ein kalksteinhaltiges Papier, das mit Kunststoff (Polyolefin-Polymer) benetzt wird. Klingt mehr nach dt. Ingenieurskunst als nach japanischer. Wahrscheinlich soll ihr Image verbessert werden, da dieses Produkt sogar recyclebar ist.
Es ist dennoch eine gute Idee. Muss man erst einmal drauf kommen.

Kleine Anmerkung: Die Schweizer bauen tatkräftig ihre Alpen ab, um an Bergkristalle heranzukommen. Da könnten sie das kleingehauene (Kalk-)Gestein in so ein Papier investieren. :D


Ralf Jansen - Fr 28.07.17 17:48

user profile iconFrühlingsrolle hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Klingt mehr nach dt. Ingenieurskunst als nach japanischer. Wahrscheinlich soll ihr Image verbessert werden, da dieses Produkt sogar recyclebar ist.

200 Jahre altes deutsches Patent ;) https://de.wikipedia.org/wiki/Steinpapier


Frühlingsrolle - Fr 28.07.17 18:24

:zustimm:
Heise.de hat folgendes geschrieben:
[...] Er will weitere Fabriken besonders in wasserarmen und kalksteinreichen Regionen der Welt, etwa in Kalifornien oder Marokko, gründen. Der Unternehmer hat sich viel vorgenommen: Er wolle eine Firma gründen, die "Hunderte Jahre" bestehe, sagte er der Wirtschaftnachrichtenagentur "Bloomberg".

Die Fortsetzung könnte heißen: Länder wie Libyen, Irak, Syrien ... werden folgen.


Blup - Mi 02.08.17 16:44

In 150 Jahren:
Zeitgeschichtlich wird dein Werk sicher nicht von Bedeutung sein.
Große Literatur ist es vermutlich auch nicht.
Bist du Nostradamus oder Leonardo da Vinci? Die waren aber schon zu Lebzeiten berühmt.
Deine Ansichten interessieren wahrscheinlich keinen mehr, sind höchstens gut für ein Schmunzeln.
Vieleicht interssiert sich ein Nachfahre noch für eine Ahnentafel, aber die kann schon in der nächsten Generation im Müll verschwinden.

Was bleibt, nimms locker.
Mel Brooks - Die Verrückte Geschichte der Welt - Moses und die 15 ähm 10 Gebote


Frühlingsrolle - Mi 02.08.17 20:57

Nach 100 Jahren unserer Zeitgeschichte bekam die mit Kommentaren-versehene Version von Mein Kampf wieder / noch immer (mehr) an Bedeutung und ist für den Verkauf erhältlich. :les:
Man muss kein Nostradamus sein, um zu verstehen, dass nicht nur Himmelskörper, nach einer Zeitspanne, wiederkehrend an eine Position X gelangen, auch die Geschichte beginnt jedes Mal von vorne. Da sich aber sooo viele Menschen uneinsichtig bislang zeigten, oder gar meinten: "Davon wusste ich nichts ... Das habe ich noch nie gehört", muss ein Buch dies aufzeigen und sie zur Verantwortung ziehen!
Ich rechne fest damit, etliche Exemplare zu verlieren, da sie mit Absicht vernichtet und aus den Verkehr gezogen werden. Einige wenige werden verbleiben, und sofern die Nachwelt es wünscht, wird es wieder nachgedruckt werden, so wie das bereits erwähnte Werk.


Sinspin - Fr 04.08.17 00:42

Und das darf jetzt noch keiner lesen weil?
Es ist absolut unsinnig zu glauben dass eine reine Vervielfältigung und verstecken dazu führen würde dass jemand was in 150 Jahren plötzlich findet, ließt und so interessant finden könnte dass er es verreitet.
"Mein Krampf" ist auch nur deshalb noch da weil das Buch zu Lebzeiten des Autors auch schon gelesen wurde. Natürlich auch kontrovers diskutiert. Und natürlich wurde es in einigen Ländern auf den Index gesetzt.
Davor darf man sich als Autor aber nicht fürchten. Bücher werden immer Hasser und Liehaber finden. Genau die Liebhaber sind die, die dafür sorgen dass es erhalten bleibt. Auch auf das Risiko hin damit ein Verbrechen zu begehen. Solltest Du dich ernsthaft davor fürchten was für Konsequenzen eine Veröffentlichung für dich haben würde, dann bist nichtmal Du davon überzeugt dass es Veröffentlich werden muss.
Ürigens, wenn Du ernsthaft glaubst Menschen auf etwas hinweisen zu müssen, warum willst Du dich dann hinter Büchern verkriechen die aus eigener Kraft später mal für einen Wandel sorgen sollen ohne dass du selber noch Einfluss darauf hast wie sich die Sache entwickelt. Vlt. wird später einmal alles falsch verstanden und die Menscheit löscht sich aus um der ehwigen Spirale zu entkommen.
Nimm doch jetzt, wo Du noch selber deine volle Kraft einsetzen kannst, die Sache in die Hand und sorge für eine Veränderung. Mache deine Gedanken öffentlich, suche nach gleichgesinnten. Durchbrich die Spirale jetzt, bevor es zu spät ist.
BTW, es ist niemals eine perfekte Wiederhohlung bereits begangener Fehler, denn die Zeit ist jedesmal eine andere. Solange das der Fall ist gibt es Geschichte und die verändert die Entwicklung, mach dir also keinen Kopf es wird das nächste mal anders sein. Es werden neue Fehler gemacht werden. Ohne Fehler können wir nichts lernen.


Palladin007 - Fr 04.08.17 01:35

Zitat:
"Mein Krampf" ist auch nur deshalb noch da weil das Buch zu Lebzeiten des Autors auch schon gelesen wurde.


... und weil der Autor ein gewisses Maß an Berühmtheit erlangt hat, das Du (Frühlingsrolle) wahrscheinlich/hoffentlich nicht erreichen möchtest :D


Wenn Du willst, dass dein Werk lange Zeit überdauert, brauchst in erster Linie Menschen, die das toll finden.
Die werden es dann aufbewahren oder vervielfältigen und weiter verbreiten.

Wenn Du aber irgendwann sagen wir mal 500 Exemplare deines Buches verbreitest, hast Du im ersten Moment "nur" 500 potentielle begeisterte Leser.
Ich würde fast drauf wetten, dass die Mehrheit der Leser - egal was jeder einzelne davon hält - einfach nichts damit tut.
Wenn es wirklich so spektakulär ist, werden viele es vernichten bzw. entsorgen.
Da bleiben nicht viele Leute übrig, die es dann verbreiten.

Nutz doch die Vorteile vom Internet aus. Schneller und effektiver verbreiten kannst Du dein Werk nicht als im Internet.
Die Abneigung eines Lesers, etwas zu verbreiten, ist in dem mehr oder weniger anonymen Raum Internet deutlich geringer als im "realen" Leben mit einem Buch.
Da wird es schnell mal auf Facebook geteilt und vielleicht auch in Foren diskutiert. Man könnte ja gleich hier damit anfangen? ;)

Wenn es dann einmal bekannt ist, dann kannst Du Bücher drucken, die ewig halten, denn dann gibt's auch Leute, die das haben wollen.
Außerdem hast Du dann auch gute Chancen, dass Du die Kosten wieder rein bekommst.


Wenn Du aber jetzt eine große Menge drucken und verbreiten lässt, dann werden es vermutlich nur Wenige lesen.
Auf die große Masse der Menschen betrachtet kennt dich (vermutlich) kaum einer.
Wenn da also jemand ein Buch sieht, mit deinem Namen drauf, wird er sich vieleicht doch lieber für den Krimi daneben vom bekannten Lieblings-Autor entscheiden.
Du müsstest mit deinem Werk schon extreme Wellen schlagen, damit es genug Menschen lesen und ich weiß nicht, ob es in unserer heutigen Gesellschaft so klug ist, extreme Wellen zu schlagen ...



Und ja: Ich bin auch neugierig :D
Das ist aber nicht der Grund für meine Meinung.


Frühlingsrolle - Fr 04.08.17 08:07

Ihr schweift ein bisschen vom Thema ab. Hier werden Ideen gesammelt, wie man ein Buch möglichst lange "konservieren" kann, mehr nicht. :nixweiss:
Auch wenn das Internet ein mächtiges Instrument ist, so kann es im selben Umfang gegen einen gerichtet werden, daher auch die Entscheidung, ein Buch unter die Leute zu bringen, und keine Weiterleitungen via Facebook und Co.
Und was die metaphorische Spirale angeht, so ist es dafür zu spät, etwas dagegen zu setzen. Dieses Problem muss man ausnahmsweise anders angehen [https://www.youtube.com/watch?v=geZHUubQxRA&t=160]!


Jann1k - Di 08.08.17 19:53

In der aktuellen Ausgabe der DBMobil gab es einen Artikel zum Projekt "Memory of Mankind" https://www.memory-of-mankind.com/

Kurzgesagt: Texte werden auf Keramik-Mikrofilm gebrannt und in einem Bergstollen eingelagert. Laut Projektseite sollen die Sachen auch nach Jahrtausenden noch lesbar sein
Zitat:
These information-carrier are the most durable carriers ever, resistant to: heat up to 1400°C , acid and alkali, water, radiation, magnetism and pressure.


Wäre das etwas für dein Buch?


Frühlingsrolle - Di 08.08.17 20:30

Das ist, wie die Idee mit dem Schiefer, eine Möglichkeit, zumindest eine Ur-Ausgabe sehr sehr lange aufzubewahren. Find' ich persönlich gut.
Im Moment sind 200 Bücher im Druck. Sie werden im Anschluss auch gebunden. Nach einer Zeit werde ich wieder und wieder 200 Exemplare drucken lassen, bis ich 40.000 Stk. fertig habe.
Kostenpunkt in Summe, ein Einfamilienhaus.


Delphi-Laie - Di 08.08.17 20:41

user profile iconFrühlingsrolle hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Das ist, wie die Idee mit dem Schiefer, eine Möglichkeit, zumindest eine Ur-Ausgabe sehr sehr lange aufzubewahren. Find' ich persönlich gut.


Wären wir schon fast wieder bei den Tontafeln oder gar Felseinritzungen, die ich anfangs - natürlich nicht ernstgemeint - vorschlug.

user profile iconFrühlingsrolle hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Im Moment sind 200 Bücher im Druck. Sie werden im Anschluss auch gebunden. Nach einer Zeit werde ich wieder und wieder 200 Exemplare drucken lassen, bis ich 40.000 Stk. fertig habe.
Kostenpunkt in Summe, ein Einfamilienhaus.


Allmählich wird es abenteuerlich und interessant.

Werden die Bücher verkauft werden, falls ja, wo? Preis?

Du wirst doch wohl kaum auf eigene Kosten im Werte einer Immobilie etwas drucken lassen und dann an die Menschheit gratis verteilen, nur, damit Deine Schrift möglichst breit verteilt und mithin anzunehmenderweise auch recht langzeitverfügbar ist.


Frühlingsrolle - Di 08.08.17 20:59

Die Bücher werden Verschenkt! Dafür müssen die ersten Leser einige Exemplare selber unter die Leute bringen. 4 Versionen werden in Umlauf kommen, in 5 Sprachen verfasst, mit einem Originaltext in Deutsch.


cryptnex - Mi 09.08.17 14:20

Hat das Buch denn schon einer Korrektur gelesen und sowohl Grammatik, Rechtschreibung als auch Logik und Belegbarkeit geprüft? Es wäre ja ärgerlich 40.000 Exemplare mit einer langen Errata Liste für die Ewigkeit zu haben. :P


Frühlingsrolle - Mi 09.08.17 19:20

Natürlich! Von meinem ehemaligen Deutschlehrer (11-13 Klasse), der selber Bücher schreibt. Von meiner ehemaligen Deutschlehrerin (9-10 Klasse), und von meiner ehemaligen Schulfreundin, die Deutschlehrerin am Gymnasium ist. Besser geht's nicht. ;)
Da kann die dt. Bildzeitung oder die öst. Krone (at Version von Bild) nicht mithalten :D


Frühlingsrolle - So 15.10.17 04:38

Geschafft! :beer: 100 Exemplare sind im Umlauf, Tendenz steigend. Es wird noch Jahre dauern, bis die ersten Bücher Deutschland und den Westen erreicht haben werden.

Kürzlich entdeckte ich etwas Ähnliches:
Moderiert von user profile iconChristian S.: Links vorerst entfernt, siehe Beitrag unten

Der verlinkte Vortrag über sein Buch dürfte ein und derselbe sein.

Viel Vergnügen :zustimm:

P.S.: Man sollte sich zumindest die ersten 10min des ersten Videos geben,


Delphi-Laie - So 15.10.17 11:13

Nun denn, wünsche ich diesem Projekt viel Erfolg!

Doch Fragen tauchen auf:

user profile iconFrühlingsrolle hat folgendes geschrieben Zum zitierten Posting springen:
Geschafft! :beer: 100 Exemplare sind im Umlauf, Tendenz steigend. Es wird noch Jahre dauern, bis die ersten Bücher Deutschland und den Westen erreicht haben werden.


1. Bist Du Dir sicher, daß die Bücher wirklich "im Umlauf" sind? Warum sollte so mancher, der dieses Buch als richtig und wichtig erachtet, es naheliegenderweise nicht behalten? Wenn es nur jeder 2. tut, ist diese Halbwertszeit dem "Umlauf" sehr abträglich.

2. Wo wurden diese Bücher denn "in Umlauf" gebracht, daß es noch "Jahre dauern" wird, bis diese "Deutschland und den Westen erreicht haben werden"? Nun, Flugzeuge lassen heutzutage Kontinente innerhalb von Stunden erreichen.

Das ist - von den ersten Informationen bis heute - doch alles recht rätselhaft, ja kryptisch, was Du hier über dieses Projekt bisher preisgabst. Sicher ist das Deine Absicht.

Meine Wenigkeit hätte z.B. dieses Buch auch gern einmal in den Händen, und das recht bald und nicht erst frühestens in Jahren. Aber woher sollte ich dann wissen, daß es von Dir stammt - es wird als Autor wohl kaum "Frühlingsrolle" daraufstehen?!


Christian S. - So 15.10.17 11:36

Hallo,

ich habe Bedenken, in welche Richtung sich dieser Thread entwickelt. Ich möchte das aber erst noch im EE-Team besprechen, was an einem sonnigen Sonntag was dauern könnte. Ich mache hier erstmal vorläufig zu und melde mich wieder. Ich habe auch die beiden Youtube-Links vorerst entfernt.

Grüße
Christian


Christian S. - So 15.10.17 12:57

Hallo,

wir haben uns entschieden, sowohl diesen Thread geschlossen zu lassen als auch die Links zu den Videos nicht wieder einzufügen. Wir möchten mit diesem Forum keinen Beitrag zur Verbreitung von Verschwörungstheorien leisten.

Da in solchen Fällen gerne eine Diskussion zur Meinungsfreiheit entbrennt: Die Meinungsfreiheit besagt, dass jeder seine Meinung frei äußern darf, ohne daran von staatlichen Stellen behindert oder deswegen verfolgt zu werden. Wer Verschwörungstheorien im Internet verbreiten will, hat das Recht seine eigene Webseite, sein eigenes Forum zu eröffnen und dies dort zu tun. Das heißt aber nicht, dass wir als Betreiber dieses Forums verpflichtet sind, jeder Meinungsäußerung eine Bühne zu bieten und diese quasi auch noch mitzufinanzieren.

Grüße
Christian